Fräulein Pummi sitzt an ihrem
dunkelbraunen Esstisch in der Küche, vor ihr eine Tasse mit schwarzem indischen
Kaffee, der einer Legende nach von einem Pilger namens Baba Budan in Indien
eingeführt wurde, als er 7 Kaffeesamen aus dem Jemen mitbrachte und sie auf den
Hügeln von Chandragiri säte.
Diese Samen sollen der Ursprung des Kaffeeanbaus in diesem orientalischen Land gewesen sein. Fräulein Pummis Kaffee ist in eine weiße, am Tassenrand in Bogen geformte Porzellantasse gefüllt und verströmt einen herrlich aromatischen, frischen Duft, der sich in der gesamten Küche ausbreitet. Sie beugt sich über ihr blaues, liniertes Schreibheft und vervollständigt mit ihrer Schreibfeder die Notizen, die sie zu jedem ihrer Schüler anlegt, um in der nächsten Klavierstunde zu wissen, an welcher Stelle sie ihren Unterricht beendet hat und wie die folgende Lektion gestaltet wird.
Diese Samen sollen der Ursprung des Kaffeeanbaus in diesem orientalischen Land gewesen sein. Fräulein Pummis Kaffee ist in eine weiße, am Tassenrand in Bogen geformte Porzellantasse gefüllt und verströmt einen herrlich aromatischen, frischen Duft, der sich in der gesamten Küche ausbreitet. Sie beugt sich über ihr blaues, liniertes Schreibheft und vervollständigt mit ihrer Schreibfeder die Notizen, die sie zu jedem ihrer Schüler anlegt, um in der nächsten Klavierstunde zu wissen, an welcher Stelle sie ihren Unterricht beendet hat und wie die folgende Lektion gestaltet wird.
Plötzlich klingelt das
Glöckchen an der Eingangstür ihrer Wohnung. Fräulein Pummi erhebt sich, geht
durch den langen Flur und öffnet die weiße, mit Glas gerahmte Tür. Vor ihr
steht ein junger, attraktiver Mann mit dunkelblondem Haar und hellen Augen. Er
verneigt sich kurz vor Fräulein Pummi, um ihr dann zu erklären, dass er
Konservatoriumsabsolvent sei, der gerade im Orchester des hiesigen Opernhauses
seinen Dienst antrat und nun auf der Suche nach einer privaten Klavierlehrerin
ist, um sein Talent auch nach seiner Ausbildung zu fördern und im Übungsfluss
zu bleiben. Da sich das Üben unter Aufsicht kontrollierter und effektiver
gestaltet, möchte er bei Fräulein Pummi nachfragen, ob sie bereit wäre, ihn zu
unterrichten. Er ist auf Empfehlung eines ihnen beiden bekannten Professors des
Konservatoriums zu ihr gekommen.
Fräulein Pummi bittet ihn
hinein in ihr Heim, führt ihn durch ihren Flur zurück in die Küche und bietet
ihm den Rest ihres noch in der Kanne befindlichen Kaffees an. Sie setzen sich
gemeinsam an den Küchentisch und besprechen, wie der Unterricht gestaltet
werden soll. Fräulein Pummi schlägt vor, dass sie sich einmal in der Woche
treffen, um seine im Repertoire zu spielenden Stücke gemeinsam durchzugehen und
bei Bedarf den fehlenden Feinschliff zu geben. Aufgrund des Umfangs der Werke,
die der junge Mann vorzutragen hat, einigen sie sich darauf, statt der üblichen
einen Stunde Übungszeit die Klavierstunde auf eineinhalb Stunden zu verlängern.
Zum Abschluss ihres kleinen Vorgesprächs lädt er sie zum abendlichen Konzert
für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 32 von Tschaikowsky in der Oper
ein. Dort wird sie ihren zukünftigen Schüler am Klavier spielen hören können.
Mit dieser Einladung verabschiedet sich der junge Mann.
Der Abend in der Oper ist
wirklich wundervoll. Doch wenn es nach dem Freund von Pjotr Iljitsch
Tschaikowsky, Nikolaj Rubinstein, gegangen wäre, wäre das Stück nie aufgeführt
worden. Seiner Meinung nach war dieses Stück völlig unspielbar, da Tschaikowsky
die Passagen unzusammenhängend und dilettantisch komponiert habe.
Fräulein Pummi aber ist das
herzlich egal. Sie sitzt auf einem der königsrot gepolsterten Stühle, inmitten
eines prunkvollen Zuschauersaals, von dessen Decke ein schwerer Kronleuchter
mit über 2000 Kristallglassteinen hängt. Sie trägt ein creméfarbenes,
bodenlanges Kleid mit transparenten Schmucksteinchen und einem
Carmenausschnitt, besetzt mit ebenso creméfarbenen Pfauenfedern. Sie genießt
es, den Orchestermitgliedern beim Spiel ihrer Instrumente zuzusehen, sie
lächelt über die tänzelnden Einlagen des Dirigenten und sie bewundert die
Arbeit der Violinisten, die es, für sie auf unerklärliche Weise, immer wieder
schaffen, auf ihren vier Saiten mit dem dazugehörigen Bogen den richtigen Ton
zu treffen.
Fräulein Pummi schaut auf ihren
zukünftigen Schüler, dessen Name Jordi Berolin ist, der hingebungsvoll und
elegant spielt. Sie ist gespannt auf die Übungsstunden mit ihm, denn dieser
junge Herr ist durchaus gutaussehend und sinnlich, was das Interesse seiner
Lehrerin weckt. Allerdings, so scheint es ihr schon jetzt, scheint er zart
besaitet und von minderem Temperament zu sein, der ganze Gegensatz zu Fräulein
Pummi.
Als das Konzert geendet hat,
genießt Fräulein Pummi ein Glas perlenden Champagner und lässt sich im
Einspänner nach Hause fahren.
© JanaPetrat
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